Die beste Informationsquelle für Reisemobilfahrer ist der CaravanSalon in Düsseldorf. Die Firma Seabridge bietet seit vielen Jahren geführte Reisen mit dem Wohnmobil an und auf dem CaravanSalon präsentieren die Reiseleiter im Traum-Touren-Kino ihre fulminanten Multivisionsshows. Hier hat uns Konstantin Abert, kurz Kostya genannt, mit dem Russlandvirus infiziert!

Durch Russlands Norden- mit dem Reisemobil???

Neugierig, dann lesen Sie hier mehr dazu:

Jetzt wird es Ernst! Auf unserem Landweg nach Helsinki, wo wir die Seabridge-Reiseteilnehmer treffen, haben wir wunderbare Augenblicke im Norden erlebt, aber was kommt jetzt auf uns zu? Alle sind voller Erwartung, was sicher auch verständlich ist. Russland- wie kommt ihr denn auf die Idee, dort hin zu fahren? Es gibt so viele Vorbehalte, sicherlich, unsere Väter haben Russland ganz anders erlebt, als wir es nun erleben werden. Ist es nicht wunderbar, dass wir heute mit unseren Häusern auf Rädern in Länder fahren können, an die man früher nicht zu denken wagte.

Kostya ist so ein Pionier. Er fährt seit 30 Jahren in russische Länder und hat dort, ganz oben im Norden, in der verbotenen Stadt, seine Frau kennengelernt. Also, wenn uns jemand gen Russland führen kann, dann Kostya!

Wir freuen uns auf spannende 25 Tage-Russland, wir kommen!

Treffpunkt Helsinki,Campingplatz, Kostya gibt uns erste Instruktionen. Wir starten am 14.Juni 2012 bei strahlendem Sonnenschein und treffen uns mit den anderen Reisemobilen um 10.45 am Sammelplatz vor der russischen Grenze. Nun geht’s im Konvoi weiter. An der Grenze erklärt Kostya den Zöllnern, er habe 17 Elefanten dabei, die über die Grenze möchten, die Zöllner haben Verständnis, mit Kribbeln im Bauch sind wir um 12.20 in Russland. Das einzig aggressive an der Grenze waren die Mücken, die uns bei 24 Grad warmem Wetter umschwirrten!

Am nächsten Parkplatz warten unsere russischen Reisebegleiter auf uns. Wir werden freundlich von Sergeij, Kostyas Schwiegervater, empfangen. Er drückt den Fahrern die Hand und überreicht der Beifahrerin 2000 Rubel, für den Anfang in Russland.

Sergeij ist ein schlauer Mann, er sagt: der Mann ist der Kopf der Familie, die Frau der Hals, und der Hals dreht den Kopf, wo immer er hin will!

Wir erhalten unsere Reiseunterlagen, das Wichtigste, ein Buch in kyrillischer Sprache, das können wir zwar nicht lesen, sollen es jedoch vorne in die Windschutzscheibe legen, wenn uns die Polizei anhält, wird der Polizist sehen, dass wir die Verkehrsregeln gelesen haben;)

Am Abend erreichen wir Vyborg, im Mittelalter bedeutende Handelsstadt, in den nordischen Kriegen ein schwedischer Stützpunkt, die deutsche Minderheit, die seit der Hansezeit hier lebte, wurde nach 1944 vertrieben. Einige Spuren der Hansezeit werden wir noch entdecken.

Und jetzt stellt man sich mal vor, da kommen 17 Reisemobile aus Russland und die dürfen auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus in Bocholt übernachten??? Unmöglich, in Russland nicht.

Erster Übernachtungsplatz mitten auf dem Marktplatz in Vyborg   

Wir werden von 3 Seiten aus russischen Autos die ganze Nacht bewacht.

Unsere Reiseleiterin erwartet uns schon, um ihre Stadt zu zeigen. Wir stolzieren über das typische Straßenpflaster und entdecken Spuren der Hanse. Anschließend ist ein kleiner Einkaufsbummel in der nahen Markthalle angesagt. Gegenüber, im Turmhaus ist ein Restaurant und so lernen wir direkt russisch- Pectopah-Restaurant, hier lassen wir den ersten Abend ausklingen.

Oh je, die ganze Truppe hat verschlafen, zur Strafe kommen wir in ein Arbeitslager. Ein lebender Mikrobenbus transportiert uns in die alte Werft, alle bekommen einen weißen Helm auf, nur Dirk nicht, er bekommt einen gelben, denn er ist Holländer! Rein in die Arbeitshallen, Sicherheitsvorkehrungen ansehen und ab geht’s, Hier wird ein Schiff zusammen geschweißt. Wir sind in Russland, der Tag wird lang.

Unter der Bedingung, dass wir die Helme wieder abgeben, dürfen wir die Zeche verlassen. Puuhh, Glück gehabt! Die Führung durch die Werft( wir haben natürlich nicht selbst geschweißt) wurde von Sergeij organisiert, er hat einige Jahre hier gearbeitet.

Weiter geht die Fahrt Richtung Sankt Petersburg, wir hängen uns an Kostyas Stoßstange. Die erste Strecke fahren wir doch lieber im Konvoi, von den Schildern kann man nichts lesen- und so erreichen wir unseren Stellplatz auf einem privaten Gelände eines Busunternehmers, der uns am Abend zu Schaschlik einlädt. Es wird sehr feuchtfröhlich, auch wenn Kurt vor der Reise behauptet hat, er trinkt keinen Wodka, hier erlebe ich das Gegenteil, und das ist erst der Anfang!

Nach einer entspannten Nacht erwartet uns Irina, eine sehr gute Reiseleiterin, die uns in den nächsten Tagen durch Stankt Petersburg „das Venedig des Nordens“ führen wird.

Es beginnt mit einer Bootsfahrt auf den vielen Kanälen, wir entdecken die prachtvollen Kirchen und Kathedralen, schlendern über den Newski Prospekt und entdecken das Delikatessengeschäft Jellissejew, in dem auch Mütterchen Russland einkauft. Ein sechsstöckiger Schokoladenbrunnen unzählige Leckereien, hier gibt es alles von Auster bis Zuckerwerk.

Und von Militärklamotten über Matrioschkas und wertvolle Fabergè Eier ist hier auf dem Newski Prospekt alles zu kaufen.

Dann erreichen wir das bekannteste Gebäude St. Petersburgs, den Winterpalast oder Ermitage genannt. Irina organisiert die Eintrittskarten und drückt Kurt Ihre ReiseleiterBlume in die Hand, jetzt ist er dran…   Die Ermitage ist das größte Museum der Welt, darüber zu berichten würde diesen Bericht sprengen, da konzentrieren wir uns auf das, was man mit dem Reisemobil erleben kann, und die Pauschaltouristen nicht erleben.

Mit dem Tragflügelboot fliegen wir von der Ermitage zum Peterhof, es regnet in Strömen. Nach den ersten bescheidenen Häusern auf der Petrograder Seite und dem ebenfalls bescheidenen Palast im Sommergarten zog Peter der Große hier alle Register der Architektur, der Gartenbaukunst und der Hydraulik. Peterhof an der Südseite des Finnischen Meerbusens, ist gleichsam die Antwort auf Versailles.

Plötzlich reißt der Himmel auf, und der Peterhof zeigt sich uns in seiner ganzen Pracht. Wahnsinn!

Am nächsten Morgen fahren wir mit Irina zum Katharinenpalast, in dem das berühmte Bernsteinzimmer zu finden ist. Wir sind im Ort Puschkin. Elisabeth, die lebenslustige Tochter Peters des Großen und Katharinas I, ließ den Palast vom italienischen Architekten Rastrelli bauen und nannte ihren prunkvollen Sommersitz zu Ehren ihrer Mutter Katharinenpalast.

Unser Selfie entstand im Spiegelsaal, dessen Dekoration aus der geschickten Anordnung von Spiegeln besteht. Die unendliche Vervielfältigung der Motive in den Spiegeln entsprach der barocken Lust nach optischen Täuschungen.

Die wunderbare Irina hat uns 21 Stunden lang St.Petersburg erklärt, wir sind so voll der Eindrücke, die erst mal verarbeitet werden müssen.

Welch eine Stadt!

Wenn man St. Petersburg erlebt hat, kann man sich vorstellen, dass Zar Peter wirklich alle Künstler abgezogen hat, um hier zu arbeiten. Es gab zu der Zeit in Moskau keine Maurer und Steinmetze, alle waren hier.

Zum Abschluss der ereignisreichen Tage gehen wir ins Alexandriski Theater und lassen uns vom Ballett Schwanensee bezaubern.

AbenteuerOsten-oh jeehh!

Nach all dem Prunk, jetzt erwischt uns die Realität, was sind das denn für Straßen!

Kostya sagte, es muss auch ein Stück weit weh tun!

Aber seine Jungs sind schon da, die machen die Löcher wieder zu, womit, na ja, das kann auch schon mal ein Stück vom Badezimmer sein!  Man nimmt halt was kommt.

Und was uns da so entgegen kommt, na das kann ja heiter werden….  Wenn eine Pause ansteht, kann man auch direkt Ölwechsel machen!

Kurz vor Sortawala stehen Vitaly und Tolja am Strassenrand- wir müssen einen Umweg fahren, sagen sie, die Brücke über die wir sollten ist eingestürzt- so ist das in Russland! Nach etlichem Geholper durch tiefste Schlaglöcher erreichen wir den bewachten Stellplatz in Sortawala.

Willi hat Geburtstag, das feiern wir auf dem Steg am Ladogasee, natürlich mit Wodka! Willi und Kathrin kommen aus der Schweiz, sie sind richtige Weltenbummler geworden, ihre Reiseberichte findet man in einem Blog. Dieser Spruch ziert ihre Internetseite und ist wohl wahr!

Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Kultur und Reisen.
Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!
Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Gestatten, einige Teilnehmer unserer Russlandreise haben wir später noch in anderen Ländern getroffen:

Bine(2. Von rechts) und Heiko, mit denen waren wir in Südosteuropa unterwegs, Katrin und Willi, mit roten Jacken, haben wir in Norwegen wieder getroffen und Sigrun und Harald(mit schwarzen Jacken) waren mit in Marokko, Südosteuropa und in der Türkei.

Kostya funktioniert den Deckel der Wodkaflasche spontan zum Glas um,

На здоровье  Na zdorov'ye, das heißt „Zum Wohl!“

Am Nachmittag bringt uns das Tragflügelboot über den Ladogasee zur Klosterinsel Waalam. Dieses Kloster wurde vermutlich im 1. Jahrhundert gegründet, 1940 wurde es evakuiert, die Mönche flohen ins nahe Finnland nach Heinävesi. In dem Kloster sind wir 1978 beim Finnlandurlaub mit Michèl gewesen, er war damals 4 Jahre alt.

Seit 1989 sind die Mönche wieder hier, das Kloster und die vielen Einsiedeleien auf der Insel sind aufwändig restauriert. Man sagt, sie stecken auch ein „Bisschen“ im Ölgeschäft drin!

Geld ist genug vorhanden.

Wir Frauen kriegen uns vor Lachen nicht mehr ein, ohne Rock und Kopftuch dürfen wir da nicht hinein.

Wir sind startklar für Germanys next TopNonnen!

 

Ganz im Westen, an der Finnischen Grenze entsteht ein neuer touristischer Höhepunkt in Karelien, da möchten wir hin!

Wie sich hier im Norden das Wetter wandelt, gestern Sturmwarnung, heute strahlend blauer Himmel- wir fahren von Sortawala nach Ruskeala zum Marmorcanyon. Über 70 Jahre wurde hier Marmor abgebaut, die Schlucht ist maschinell entstanden.

Heute nutzt man die Gegend als Touristenattraktion. Eine Attraktion sind auch die Goldzähne unseres Reiseführers, die Adresse seines Zahnarztes haben wir nicht erfahren.

Bei der Weiterfahrt machen wir noch einen Stopp an einem Parkplatz, Kurt möchte telefonieren, bekommt aber keine Verbindung.

Verträumte karelische Dörfer säumen unseren Weg nach Kinerma, wo Nadeshda auf uns wartet. Wir sind wieder am Ladogasee, es ist der 21. Juni 2012. Wir sollen auf der Dorfstraße parken, das geht nach dem Regen der letzten Tage mit unserem Reisemobil überhaupt nicht. Kurt sackt total ein und fährt sich fest- gut, dass Michèl uns in seiner Werkstatt Hubstützen eingebaut hatte. Kurt fährt das Womo hoch, Bretter unter die Reifen und ab geht´s auf die vermatschte Straße. Uns erreicht doppeltes Pech. Als Kurt das Wohnmobil verlässt hat er den Schlüssel im Mobil eingeschlossen- er will versuchen über das Dachfenster hinein zu kommen- aber ich hab Hilfe der besonderen Art gefunden-Willi war bei einer Schweizer Bank im Security tätig und hat einen  wahnsinnigen Werkzeugkoffer- er schafft es das Schloss zu öffnen!

Nadeshda hat uns eingeladen, sie macht mit uns einen Rundgang durch ihr verlassenes Dorf- zeigt uns die kleine orthodoxe Kirche, ein Heimatmuseum mit russischem Stammbaum, die angeheizte Rauchsauna und die russische Outdoordusche, die wir benutzen dürfen.

Dann lädt sie uns in ihr Haus zu Zander, Piroggen und Blaubeerkuchen

Herrlich! Diese Gastfreundschaft haben wir gar nicht erwartet.

Später, als wir schon wieder im Reisemobil sitzen taucht ein Regenbogen den kleinen karelischen Ort in magisches Licht. Wie verzaubert liegen die Häuser vor mir- und ich lauf allein hier herum um zu fotografieren!

Karelien- schön das Land, schaurig die Städte. Während wir über die Dorfstraßen fahren steige ich immer wieder aus und fotografiere die Häuser mit Ihren Gärten, die Dorfstraßen, die Garagenartigen Vorratshäuser, in denen die Russen ihre eingekochten Lebensmittel aufbewahren. Und dann steht ein junger Mann auf der Straße, der ist fasziniert von unseren Reisemobilen, die durch sein Dorf fahren! Ein Straßenschild zeigt uns, es sind noch knapp 1000 km bis Murmansk.

Je näher man den Städten kommt, desto schlimmer werden die Straßen. Wir kommen nach Petrosawodsk, der Hauptstadt Kareliens. Die Häuser sind das allerletzte, die Schlaglochpistentour ist unvergleichlich und dann der Bahnübergang, es zerreißt einen geradewegs. Kaum zu glauben, dass alle Reisemobile ohne Pannen darüber gekommen sind.

Aber gaaaaannz langsam geht’s immer!

Warum scheucht Kostya uns dahin?

Wir erreichen mal wieder als Letzte, da ich ja ständig fotografieren muss, den Stellplatz für die nächsten Tage. Und was für einen! Mit traumhaften Blick auf den zweitgrößten See Europas, den Onegasee!

Heute Abend gibt es wieder Schaschlik, das russische Wort für Grillabend. Willi grillt Bananen, das kennt er aus Venezuela, köstlich. Wir sind eine lustige Truppe, das bleibt ja auch nicht aus, so super gute Reiseleiter wie Kostya, Vitaly und Tolja, das russische leckere Bier in großen Flaschen und natürlich fließt der Wodka…

Bine sitzt verträumt auf der Bank am weiten Onegasee, gegen Mitternacht stecke ich die Kamera auf das Stativ, ich kann gar nicht aufhören zu fotografieren, traumhaft schön, und direkt vor unserem Wohnzimmer!

Ein weiteres Highlight erwartet uns heute. Ein alter Reisebus bringt uns zum Hafen, über den riesigen Onegasee erreichen wir die berühmte Klosterinsel Kishi.

Wir erleben einen traumhaften Tag mit einem wunderbarem Reiseführer, der Anekdoten aus dem ländlichen Leben Kareliens erzählt.

Zum Beispiel, dass in den Bauernhäuser eine Ecke nur dem Hausherrn gehörte, dort empfing er seine Gäste, die Frau durfte diese Ecke nur zum Putzen betreten. Wir wussten auch nicht, dass jedes Jahr am Gründonnerstag die Aussteuer gezählt wurde und damit sie sich im folgenden Jahr vermehrt, wurde immer eine getrocknete Fledermaus in die Truhe gelegt. Erstaunlich auch der Brauch, dass die Frauen, wenn sie heiraten einen Scheitel und 2 Zöpfe bekamen. Eine Haarseite gehörte dem Mann, und wenn sie die Haare wusch, musst immer zuerst diese gewaschen werden!

Eigentümliche Bräuche, so auch der Brauch einen Haus-oder Waldgeist zu schnitzen und im Haus aufzustellen. Wir kaufen so einen Waldgeist, es ist der mit der Rinde! Er heißt Lerschi und soll unser Haus beschützen.

Wir erreichen die Christi-Verklärungs Kirche . Sie wurde 1714 erbaut und gilt als das berühmteste Werk russischer Baukunst.

Die 22 silbrig glänzenden Kuppeln mit handgeformten Schindeln aus Espenholz wurden ohne einen einzigen Nagel gefertigt. Wie durch ein Wunder haben die Holzkirchen auf Kishi alle Kriege fast unbeschadet überstanden und sind auch von Feuersbrünsten verschont geblieben.

Der Legende nach soll der Baumeister nach Vollendung der Kirche seine Axt im Onegasee versenkt haben mit den Worten:

„So etwas wird es nie wieder geben!“

Die große Kirche wird derzeit aufwändig restauriert und wurde dazu mit einem Gerüst hochgehoben.

Wahnsinn! Als wir am Abend im Reisemobil Lerschi genauer ansehen, fällt mir auf, dass er irgendwie Ähnlichkeiten mit meinem Vater hat, die große Nase, die fetten Augenbrauen und er hat nur einen Arm. Der linke fehlt-und ausgerechnet ein Russe hat ihm in den letzten Kriegstagen den linken Arm abgeschossen- so schließt sich hier am Onegasee der Kreis.

Wie gut, dass wir heute in Frieden reisen können und die Länder besuchen können, in denen so viel Geschichte zauberhaftes, aber auch schreckliches erlebbar ist.

Am Abend putzt ein Angler vor unserem Reisemobil seinen Fang, Sigrun und ich fragen, ob wir einen Fisch kaufen können. Spontan schenkt er uns einen prächtigen Zander. Wir laden Vitaly und Tolja zum Fischessen ein und haben eine köstliche Mahlzeit im Schein der Mitternachtssonne.

Kostya sucht neue Ziele für die nächsten Touren und möchte zu dem Volk der Wepsen, einer kleinen karelischen Minderheit, die noch alte Traditionen pflegt hinfahren. Er fragt, wer mitfahren möchte und wir sind dabei. In seinem Bimobil preschen wir über die holprigen Straßen.

Die Kirche ist verfallen, die kleinen Häuser sehr ärmlich, aber sauber! Wir werden sehr freundlich empfangen und durch das gepflegte Heimathaus geführt. Die Wepsin, die uns durch das Haus führt erzählt, dass wepsische Mädchen bereits mit 5 Jahren ihre eigene Kleidung nähen und besticken können, sie zeigt uns die Ikonenecke, die immer die Rote Ecke ist, denn Rot ist die Farbe der Wepsen. Das Brauchtum ist hier sehr verwurzelt:

Wenn ein Mann um die Hand einer Frau anhält, bindet sie ein Besteckteil hinter die Kutsche.

Ein Löffel bedeutet „JA“ , ist jedoch ein Kartoffelstampfer angebunden, heißt das eindeutig „NEIN!“.

Hierher verirrt sich wohl kaum ein Deutscher, lediglich das Filmteam mit Klaus Bednarz ist vor einigen Jahren hier gewesen. Den Film darüber hatten wir im ZDF gesehen.

Weiter geht es Richtung Norden, bis Murmansk ist es noch weit… am späten Nachmittag treffen wir am Nordufer des Onegasees am schwer bewachten Campingplatz ein. Wunderschön gelegen, aber die Mücken ziehen alle Register ihres Könnens, als hätten sie auf uns gewartet.

Jetzt wissen wir, warum wir die Mückenschutzhüte und die extremen Mückenschutzmittel erhalten haben. Auch die Mundorgel kommt hier zum Einsatz, denn nach einem guten Rentiergulasch im Restaurant treffen wir uns am Lagerfeuer. Jörg hat die Gitarre mit und mit Blick auf den Onegasee singen wir immer lauter und testen immer mehr Wodka.

Medweschjegorsk-einfach schrecklich!

Ein Tag, der uns die Sprache verschlagen wird, erwartet uns. Kostya scherzt noch als Busfahrer herum, um uns bei Laune zu halten, wir ahnen nicht, was heute auf uns zu kommt. Am Weissmeerkanal treffen wir den Museumsdirektor aus Medweschjegorsk, der uns einen Teil der grauenhaften Geschichte des Kanals erzählt. Fotografieren ist hier streng verboten, aber alle zücken die Kameras. Eine sehr energische Offizierin schimpft uns böse aus, noch ein Foto und sie konfisziert alle Kameras. Was haben die denn hier zu verbergen? Die Technik ist doch uralt.      Wir fahren weiter und es wird immer schrecklicher.

In Sandomukh setzen wir die Mückenschutzhüte auf und sprühen uns üppig ein. In diesem Wald singt kein Vogel, es gibt nur Schlangen und Myriaden von Mücken.

Der Weissmeerkanal wurde innerhalb von 22 Monaten in Stalins Auftrag gebaut. 227 km lang, 19 Schleusen, 400000 Zwangsarbeiter ohne Maschinen, nur Schaufel, Hacke und Schubkarre. Der Kanal verbindet den Onegasee mit dem Weißen Meer. Er war strategisch sehr wichtig. Tausende von Menschen sind beim Bau ums Leben gekommen, etliche wurden direkt einbetoniert.

In Sandomukh fand man 236 Massengräber. Die Menschen, die nach der Folterung ermordet werden sollten, wurden willkürlich ausgesucht, denn es musste täglich eine gewisse Quote von Feinden ermordet werden.

Grauenhaft, unsere Gesichter sprechen Bände!

Anschließend besichtigen wir das Museum im Rathaus, dort finden wir das Buch der Ermordeten, denn die Namensliste wurde akribisch geführt!

In den nächsten Stunden spricht kaum einer ein Wort, wir sind tief betroffen.

Eine lange anstrengende Fahrt steht am nächsten Morgen an, ab auf die         E 105, die aufwändig bis Murmansk ausgebaut wird. Warum? Wer fährt denn hier her? Also, die Antwort darauf gibt uns Kostya. Der Permafrost im Norden löst sich auf, man vermutet seltene Erden darunter. Da will Russland gerüstet sein… Es ist eine endlos lange Baustelle in der sich so manch LKW festfährt.

Dima und Marina haben für uns einen Stellplatz gebaut, mit Toilettenhäuschen- ein junger Russe bestaunt unser Reisemobil- wir laden ihn ein, er nimmt Platz auf dem Fahrersitz- und ist total stolz!

Ein Russe mit Sense kommt vorbei-der Sensemann!  Er lächelt und ist total freundlich. Kurzentschlossen setzt er sich zu Kurt und die Beiden unterhalten sich, obwohl keiner ein Wort versteht;)

Es gibt wieder einmal Schaschlik, aber als Vorspeise herrlich selbst geräucherte Forellen. Kostya hat schon wieder Wodka besorgt und wir verbringen einen geselligen Abend unter selbstgebauten Zeltdächern.

Am späten Abend taucht wieder ein traumhaftes Licht  den Weissmeerkanal in tolle Farben. Ich kann mich gar nicht satt sehen! Doch was ist das denn? Da rudert einer zu uns rüber! Kurt schläft schon. Schnell suche ich im Handy die Nummer von Kostya, für alle Fälle. Da, auf einmal kommt Jörg aus seinem Womo. Jörg lässt immer alle Türen und Klappen auf, denn er vertraut auf die göttliche Aufsicht, schließlich verkauft er im wirklichen Leben theologische Literatur.                                                                                                                                                               Jetzt schließt er alle Türen ab- er hat sicher auch den Ruderer gesehen!

Und tatsächlich, da kommt er über den Stellplatz gelaufen!

Es ist der nette Sensemann von heute Nachmittag! Sturzbetrunken hat er das Boot herüber gerudert.

Der Busfahrer, der uns zum Catamaran bringen soll, hat ein hässlich blinkendes Maskottchen im Bus- am Hafen stehen verfallenen Häuser und auch der Catamaran hat schon bessere Zeiten erlebt.  Gut, dass ich immer Sagrotantücher dabei habe, so wird der Tisch erst mal desinfiziert, schließlich sitzen wir in den nächsten 3 Stunden hier.

Kostya nutzt die Zeit und hält uns einen interessanten Vortrag über Russland- gestern-heute- und einen mutigen Blick in die Zukunft.

Wir waren 2012 dort, es ist einiges anders gekommen als erwartet. Aber lassen wir die Politik außen vor- sonst fahren wir bald nirgendwo mehr hin!

Als Alexander Solschenizyn den Begriff Archipel Gulag prägte, dachte er an den Archipel Solowki.

Das Lager war Russlands erstes großes Häftlingslager, das Modell des russischen Lagersystems!

Gegründet wurde das Kloster 1429 von 3 Mönchen, es stellte eines der wichtigsten wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und militärischen Zentren der Region dar. Im 13. Jhd. siedelten sich Mönche an.                                                                                                                                                  Im 18. Jhd. wurde das Kloster von den Zaren zu einer Festung und einem Staatsgefängnis ausgebaut, in dem 250 Jahre lang politisch Gefangene inhaftiert wurden.

In den Wäldern der Insel wurden mehr als 10000 Menschen ermordet.

Inzwischen werden die alten Klosteranlagen wieder von Mönchen bewohnt, die wichtigsten Gebäude stehen unter dem Weltkulturerbe der UNESCO.

Im Klostermuseum sind wunderbare Exponate, Ikonen sowie sakrale Gegenstände ausgestellt, auch einige Leuchter die beim großen Brand durch die Bolschewiki zerstört wurden sind als Mahnmal präsent.

Wir bleiben noch eine Nacht, denn Morgen will Marina mit uns wandern. Wir sollen sehr festes Schuhwerk anziehen und Mückenschutz mitnehmen.

Marina wartet auf uns und wir wandern zu den Petroglyphen durch den Wald.

Petroglyphen sind Felsenzeichnungen aus prähistorischer Zeit.

Sie wurden gepickt, geschabt oder graviert. Sie sind weltweit verbreitet. Die Petroglyphen hier entstanden vermutlich 5000 vor Christi. Zuerst für uns nur schwer erkennbar, schulen sich unsere Augen als Marina sie uns sehr gut darstellt.

Alle sind gut ausgerüstet, mit Regenjacke, Mückenschutz und Gummistiefeln, aber was trägt Marina an den Füßen? Es sind die Badelatschen von Dima!

Der bezaubernd charmante Vitaly hat ein Blumensträußchen gepflückt und bedankt sich bei Marina für die Führung!

Wir suchen, fotografieren und wandern mit ihr durch diese wunderbare Landschaft-

Mitten im Wald haben wir heute mal wieder den Zauber des Nordens entdeckt!        

Eine 500 km lange Strecke liegt heute vor uns-

Endlose Steppe, endlose Taiga, da passt das alte verträumte Lied der viel zu früh verstorbenen Alexandra zu diesem Tag…

Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga,

das schon damals meine Mutter sang
Sehnsucht lag im Spiel der Balaleika,

wenn sie abends vor dem Haus erklang

Und heut' bleiben davon nur noch kurze Träume,

die in langen Nächten oft vor mir entsteh'n
Und tausend Ängste, daß ich es versäume
Die geliebte Taiga noch einmal zu seh'n.

Sehnsucht sind die vielen heißen Tränen
Und die Hoffnung, die im Herzen schwingt
Sehnsucht liegt noch immer in den Tönen
Abends, wenn das alte Lied erklingt

Die endlosen Steppen und die tiefen Wälder
Die wie graue Schatten oft vor mir ersteh'n,
Neblige Flüsse, taubedeckte Felder
Alles möcht' ich einmal, einmal wiederseh'n

Sehnsucht heißt das altes Lied der Taiga
Das schon damals meine Mutter sang
Sehnsucht lag im Spiel der Balaleika
Wenn sie abends vor dem Haus erklang

Kostya ist gestern vorgefahren, der Stellplatz, der jahrelang angefahren wurde existiert nicht mehr, der neue Bürgermeister will das nicht!

Er will für uns einen neuen Stellplatz suchen. Die Anfahrt wird schon wieder zum Abenteuer, Kostya hat den Bahnübergang eigenhändig planiert! Wahnsinn!!!

Und dann sind wir da- hier bleiben wir, hier wollen wir gar nicht wieder weg, was für ein herrliches Stückchen Erde, hoch im Norden!

Die herrliche Natur-die Weite des Baikals-

ähmmm, nein des Weißen Meeres.

Carpe diem- genieße den Tag-verschiebe nichts!

  1. Juni 2012, Ekkehard wird 75 Jahre alt. Wir gratulieren alle ganz herzlich und stoßen mit Karin und Dir auf die Gesundheit an!

Keiner ahnte, dass Du mit einer bösen Krankheit durch Russland fährst, auch Karin nicht. Du hast diesen Tag wirklich genossen, vom Morgenständchen am Weissmeerkanal bis zum Abend in dieser herrlichen Kulisse am Weissen Meer- als hätte man extra für Dich diese Bühne aufgebaut. Diese Reise war Dein großer Traum, mit 17 bist Du aus der DDR geflohen, hier konntest Du Deine Russisch-Kenntnisse auffrischen- Du hast die Reise genossen- keine 4 Wochen vergingen von diesem Tag und Du hast Deine letzte große Reise angetreten- Adieu, Ekkehard!

Mineralien aus Polunga

Wieder hat Kostya so einen vertrauensvollen Reisebus besorgt, wir fahren zum Steinbruch, schleichen ganz vorsichtig am Wachturm vorbei! Kostya hat noch ein paar Steine geklaut!

Auf dem Steinbruchhügel mit weitem Landschaftsblick suchen wir nach Glimmer! Daraus wurden zur Zarenzeit Spiegel hergestellt!

Bine, die Naturforscherin entdeckt Elchlosung- die Köttel sind total trocken und riechen auch nicht, also eingesteckt! Sie sollen Glück bringen!  Kostya hat einen Findling mitgenommen, für seine Zwillinge-zum Spielen;)

Der Polarkreis in Russland

Ziemlich unspektakulär passieren wir den Polarkreis auf der Straße von Tschupa nach Kirowsk. Hier ist die Straße schon gut ausgebaut, bunte Bänder schmücken die Bäume- Knotenmagie!

Man sagt, beim Verknoten der Bänder spricht man leise einen Wunsch aus, wenn sich dann der Knoten irgendwann löst- man sollte nicht zu fest knoten- geht der Wunsch in Erfüllung!

Apatyti und Kirowsk

Wir erreichen die schrecklichen Bergwerkstädte Apatyti und Kirowsk auf der Kola-Halbinsel. Hier wurde Apatit abgebaut, ein Mineral zur Herstellung von Düngemittel. Die großen Straßenschilder weisen auf die Bedeutung von Apatit und Phosphor für die Landwirtschaft hin. Umweltschutz kennt man hier nicht!

Polar-Alpiner Botanischer Garten in Kirowsk

Der nördlichste botanische Garten liegt seit kurzem in Tromsö, Norwegen. Der bot. Garten in Kirowsk ist sicherlich der Älteste. Inmitten von alten Gewächshäuser finden wir unseren Stellpatz- Kindheitserinnerungen werden bei mir wach-stamme ich doch aus einer uralten Gärtnerfamilie. So ähnlich, nur nicht so rostig, sah es bei uns und meinen Onkeln Erich und Jupp auch aus.

Wir sollen uns vorsichtig verhalten, hier soll ein Bär unterwegs sein! Ich trau mich trotzdem heraus, muss doch die Blumen fotografieren, die so nördlich wachsen. Und da entdecke ich die Bärlosung- Kostya sagte, es ist immer so viel, wie in eine BaseballMütze passt!

Bei der Führung durch den Botanischen Garten erfahren wir, dass hier eine internationale Konferenz stattgefunden hat. Im bot. Garten wird hauptsächlich die Lebensform der Flechten und Moose erforscht. Wie wichtig sie für unser Ökosystem sind ist vielen nicht bewußt.

Wanderung im Khinbini Massiv

Kostya, der seit Medweschjegorsk die rote Karelienmütze trägt, ist wirklich eine harte Nuss. Der Wanderweg steht total unter Wasser- er zieht Schuhe und Strümpfe aus und hilft uns über Stock und Stein zu klettern. Maria, unsere Wanderführerin trägt in ihrer blauen Ikea Tasche Kuchen herum, den sie für ein Picknick gebacken hat. Es ist wunderschön hier, absolute Einsamkeit. Über einen Baumstamm geht es zurück- oh jehh, das ist was für mich, wo ich so schnell schwindelig werde- aber Kostya ist ja da!

Kirowsk-eine Industrietragödie

Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 begann die Tragödie in Kirowsk Industrie. Die Globalisierung machte auch vor diesen nördlichsten Produktionsstätten nicht Halt. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann die größte Transformation aller Zeiten, in Politik, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Vorher war keine Eigeninitiative der Menschen notwendig- auf einmal sind sie sich selbst überlassen.

Ende der 90er Jahre stabilisierte sich einiges, der Arbeitsmarkt öffnete sich, die ärztliche Versorgung funktionierte wieder. Das Bildungssystem verbesserte sich. Dennoch haben die Menschen, die damals über 40 (jetzt 60) waren, verloren. Sie verbringen viel Zeit auf ihren Datschas, züchten Gemüse, kochen es ein und lagern es in den Garagen, die wir unterwegs gesehen haben. Die Schornsteine darauf gehören zu den Räucheröfen.

Maria zeigt uns die Tragödie, die großen Häuserblocks mit den kleinen Wohnungen, und die Industriebrache, die seit 1991 leer steht.                                                                                                                                                                                                                                                                                        Vitaly entdeckt eine Zeitung von 1991!

Maria strahlt einen Optimismus aus und ist voller Hoffnung für die Zukunft- das lässt hoffen- aber es wird dauern!

Für alle Fälle gibt es wenigstens einen Rettungshubschrauber.

Murmansk-am Arktischen Ozean ist die größte Stadt der Arktis. Aufgrund ihrer Lage und der großen Hafenanlagewird sie auch als „Kapstadt des Nordens“ bezeichnet.

Die letzten 3 Tage verbringen wir in Murmansk auf dem Hotelparkplatz am Skizentrum. Zeit etwas zu entspannen, einzukaufen, Wäsche waschen und miteinander zu fachsimpeln. Bald trennen sich unsere Wege, alle sind froh, dass wir ohne Pannen und Probleme hier angekommen sind.

Wir machen eine Stadtrundfahrt über die riesigen Prachtstraßen, ohne die keine russische Großstadt auskommt, stehen vor der überdimensional großen Statue des Soldaten und besichtigen den Eisbrecher Lenin, der im Hafen liegt.

Ein Brautpaar lässt dort Hochzeitsfotos machen, moderne Russinnen mit Highheels stolzieren über das marode Pflaster und ein Rentner bietet selbstgemachte Kochlöffel an, um seine Rente aufzubessern.

Und dann ist es soweit- unser Abschiedsdinner steht an, im Hotelrestaurant sitzen wir lange beisammen, Jörg hat seine Gitarre wieder mitgebracht und wir sind alle ein wenig wehmütig, es war eine super gute Reise durch Russlands Norden.

Wir stehen hoch über Murmansk und erleben wie diese schreckliche Stadt am Abend in orange-rot-Töne getaucht wird. Die Sonne geht nicht unter, sie küsst nur kurz den Horizont und steigt wieder hoch!

Bei diesem Farbspiel fällt mir ein Zitat auf, das ich während der Reise im Buch: „Das Haus zur besonderen Verwendung“ gelesen habe.

„Wonach hat Russland gerochen?“

„ Eine Zeitlang roch es nach Glück und Wohlstand,“ erwiderte sie auf der Stelle, ohne groß darüber nachzudenken.

„Doch dann nach Wahnsinn und Krankheit, und natürlich nach Religion. Und dann, du wirst mich für töricht halten, aber auf mich wirkte Russland immer wie ein verdorbener Granatapfel. Er verbirgt seine faulige Natur, ist außen rot und appetitlich, doch wenn man ihn aufschneidet, quellen einem die Samen und fleischigen Samenmäntel entgegen, schwarz und ekelerregend.

Russland erinnert mich an einen Granatapfel, bevor er verrottet!“

Zitat aus. Das Haus zur besonderen Verwendung von John Boyne

Auf nach Norwegen

Das Bier, den Wodka haben wir gut versteckt. Der Kühlschrank ist berstend voll, denn die russischen Supermärkte bieten so viel an. Entlang der schrecklichen Region um Nikkel fahren wir Richtung Kirkenes zur Grenze und freuen uns auf Norwegen.

Wir fahren durch die grüne Zone an der Grenze, denn wir haben ja nichts zu verbergen-meinen wir! Jedes Reisemobil wird von 3 Zöllnern durchsucht. Ein junger Zöllner findet bei mir ein Medikament, das nicht in der Liste der erlaubten Medikament steht- sie halten uns 4 Stunden an der Grenze fest- Kostya bleibt bei uns und übersetzt. Dann muss ich die Papiere unterschreiben- 23 Unterschriften! Wir dürfen weiter fahren- es gibt keine Strafe versichert der Zöllner- Glück gehabt!

Denkste! Wochen später erhalte ich Einschreiben und Telegramme aus Russland, Anna, Kostyas Sekretärin übersetzt für mich, telefoniert und schreibt zurück.

Kostya meinte er könne 30 Jahre Sibirien auf 20 Jahre reduziert bekommen!

O.k. Gummistiefel hatte ich in Russland schon gekauft,

Spaten steht in der Garage-warten wir es ab!

Vielen Dank noch an Kostya für einige Fotos unserer Reise!

Wer mehr über den wunderbaren Kostya und seine Touren erfahren möchte sollte seine Website besuchen:

http://www.abenteuerosten.de/

https://www.seabridge-tours.de/

 

Marianne Pastwa-Hondong