Grünkohltour vom 01. März bis 04. März 2018 in Bremerhaven

Man könnte schon fast sagen: Alle Jahre wieder …. Und diesmal in Bremerhaven.

Etwas später im Jahr als in den Vorjahren veranstalteten Silvia und Bernd Bösenberg das nunmehr 9. Grünkohltreffen mit 30 Teilnehmerfahrzeugen. Wer nun geglaubt hatte, dass der meteorologische Frühjahrsanfang die Teilnehmer auch mit entsprechenden warmen Temperaturen empfangen wollte, wurde kalt bis sehr kalt von der Realität und vom Gegenteil überzeugt. Hinzu kam ein schneidender Ost-Wind, der einem fast die Gesichtszüge einzufrieren schien. Ausgesprochen positiv anzumerken war aber: Wir hatten die ganzen Tage  herrlichen Sonnenschein, keinen Niederschlag und dadurch auch einen trockenen Stellplatz.

Am Stellplatz (das gilt auch für alle Tage) konnte man die Teilnehmer wie immer bei dem üblichen Gang zur Entsorgungsstation beobachten. In Bremerhaven machte sich –wetterbedingt- eine weitere Karawane auf den Weg: Leere Gasflasche zum nahegelegenen Gashändler – volle wieder zurück. Beim Händler gab es nur freundliche Gesichter (kein Wunder bei dem Umsatz) und gegen Ende des Treffens schon erste Mangelerscheinungen. Die Alu-Flaschen waren alle.

Besonders kalt schien der Wind am 28.02.2018 zu sein. Ja, Ihr habt richtig gelesen: …am 28.02.2018…! Auch das ist schon Tradition bei jedem Treffen, die Teilnehmer kommen am liebsten schon einen – bis einige Tage vorher an. Und so waren am 28.02. schon gefühlt die Hälfte der Teilnehmer da.

Hier nun die Chronologie:

28.02.2018

Gemeinsamer Marsch der früher Angereisten an einem Zweig des Fischereihafens entlang zum „Schaufenster Bremerhaven“. Hier befinden sich in ehemaligen Fischlager-  und Verarbeitungshallen verschiedene Restaurants und Kneipen mit überwiegend rustikalem Ambiente und viel Fisch auf Speisekarte und  Dekoration.

Beim Rückweg zum Stellplatz kam der Wind eiskalt und gefühlt wieder von vorn. Das ist aber an der Küste immer so.

01.03.2018

Heute begann das Treffen offiziell und der freundliche Platzwart wuselte auch schon über den Platz, reparierte manche Stromsäule und öffnete die Sanitäranlagen. Im Laufe des Tages trafen die letzten Teilnehmer ein, wurden herzlich von Silvia und Bernd in Empfang genommen und bekamen die obligatorische Begrüßungstüte mit Infos über Bremerhaven, Teilnehmerliste (die sollte es eigentlich immer bei Treffen geben) und aktualisiertem Programm.

Kurz nach dem Mittag gab es beim Sanitärhäuschen schön windgeschützt schon mal den ersten Glühwein bis dann um 14:30 h der Fotograf das Gruppenfoto für den Zeitungsartikel machte.
Nachmittags um 15:00 h ging es ein paar Schritte in ein benachbartes Kaffee mit Ausstellungsräumen für Künstler. Wir wurden aber nicht ausgestellt sondern konnten in der Halle geschützt vor Wind und Kälte nach der offiziellen Eröffnung des Treffens durch Sylvia  erst einmal Kaffee, Tee und div. Kuchen genießen und klönen. Dann  gab es heißen gut schmeckenden Holunderbeersaft, der durch Amaretto und Rum „aromatisiert“ werden konnte. Etwas später am Abend wurde der vegetarische Imbiss bereitgestellt. Es gab eine Kürbissuppe, Brot und Chili sin Carne (zur Erläuterung: sin = ohne; con = mit; Carne = Fleisch; Cane = Hund – man muss also auf die Schreibweise achten).

02.03.2018

Der morgendliche Brötchenservice mit wirklich leckeren hellen und dunklen Brötchen trug der Zählschwäche vieler Carthago-Freunde Rechnung. Die Ansage lautet immer: Pro Person ein helles und ein dunkles Brötchen. Da das nie bei einem Treffen aufgeht, haben Sylvia und Bernd die Brötchen vorsorglich gleich fahrzeugweise eingetütet bereitstellen lassen.

Um 10:00 h kam der Doppeldeckerbus für die Stadt – und schwerpunktmäßig Hafenrundfahrt. Wir haben viele interessante Informationen über die Geschichte Bremerhavens und insbesondere der Entwicklung der Häfen gehört. Die Wortwahl „Häfen“ ist hier richtig, weil es verschiedene Häfen in Bremerhaven gibt. Angefangen beim alten und neuen Fischereihafen, über den Museumshafen, den Holzhafen, den Hafen für die Verladung von Autos (Bremerhaven ist der größte Hafen für Import und Export von Autos aller Fabrikate) und den Containerhafen, wo z.B. 2016 rd. 5,5 Mio. TEU (TEU sind Standardcontainer = das sind die „kurzen“, die „langen“ sind doppelt so lang und zählen als 2 TEU)  umgeschlagen werden. Neben der schieren Größe der Containerbrücken (über 100 m hoch, weite Ausladung über die Weser), die die Schiffe be- und entladen, war insbesondere die Schilderung der logistischen Herausforderungen für den Transport und die Lagerung der Container beeindruckend. Man muss ja aus den vielen Tausend Containern, die auf dem großen Gelände lagern und bewegt werden, auch den richtigen für den Weitertransport wiederfinden können. Weiter erfuhren wir auch, dass Bremerhaven einer der wesentlichen Umschlagplätze für den Import von Gemüse und Obst ist. Viele Obstsorten werden noch unreif angeliefert und reifen dann in großen Hallen weiter, bis sie weiter verteilt werden. Die Aussage des „Führers“, dass insbesondere die Bananen vor der Auslieferung auf die EU-richtlinienkonforme Krümmung nachgeprüft und ggfs. nachgebogen werden, ist aber mehr als Seemannsgarn anzusehen.

Der Rückweg vom Hafen führte uns als Endstation zum Mediterraneum. Von dort aus konnte man auf eigene Faust entweder die von Sylvia und Bernd vorgeschlagenen Sehenswürdigkeiten erkunden (Auswandererhaus, Klimahaus, Mediterraneum, Einkaufszentrum oder Einkaufsstraße) oder spazieren gehen. Die Rückfahrt erfolgte mit dem Stadtbus. Von der Zielhaltestelle war dann noch ein Spaziergang am „Schaufenster“ vorbei zum Stellplatz zu bewältigen.

Abends ging es um 18:00 h wieder Richtung Schaufenster, wo wir uns im „Seefischkochstudio“ zu einer Kochshow versammelt haben. Wer nun denkt, das „Seefischkochstudio“ sei vielleicht eine Art Nachahmung der vielen Kochsendungen aus Funk und Fernsehen, liegt weit daneben. Das Kochstudio gibt es schon seit knapp 100 Jahren in Bremerhaven, hat aber im Laufe der Jahre sich ständig modernisiert. Der junge Koch „Sebastian Uecker“ führte launig durch die Show. Jede Vermutung auf Ähnlichkeit des Nachnamens mit einem langjährigen Mitglied des CK ist hier richtig.
Anschließend gab es ein leckeres Fischbuffet „satt“ mit vielen Spezialitäten. 

Wer wollte, konnte noch in einer „Eckkneipe“  Bierchen trinken oder gleich zum Stellplatz zurückwandern. Den eisigen Wind braucht man an dieser Stelle nicht mehr erwähnen.

03.03.2018

Nach dem funktionierenden Brötchenservice mit Tüten ging es um 09:45 h wieder zum Schaufenster Fischereihafen zu einer interessanten Führung durch die „Expedition Nordmeere“. Unserem „Führer“ war die Begeisterung für das Thema deutlich anzumerken, so dass wir gegen Ende der Ausstellung  doch etwas „auf die Tube“ drücken mussten, um die direkt anschließende Verkostung von leckeren  Fischdelikatessen bei „Fiedlers Fischmarkt“ nicht zu verpassen.

Nachmittags ging es dann mit zwei gut bestückten Bollerwagen auf den traditionellen Kohlgang. Die Bollerwagen hatten Glühwein und  Schnäpse, Wasser und Bier geladen. Damit war der flüssige Teil der Lebenshaltung gesichert, für das sonstige leibliche Wohl gab es Käsewürfel, Mettwürste und Knabberkram. Zwischendurch durften wir unsere Zielsicherheit beim „Kegel in den Sack werfen“ unter Beweis stellen.  Auf verschlungenen Wegen ging es wieder Richtung Stadtzentrum. Etwa zur Halbzeit wurde ein Zwischenstopp bei einem Bootshaus eingelegt. Hier gab es Kaffee und Kuchen. Die letzten Teilnehmer konnten sich noch im Kegelwerfen versuchen. Mit einer gewissen Erleichterung wurde auch von vielen das geöffnete WC angenommen.

Gestärkt wurde nun der weitere Weg Richtung Auswandererhaus in Angriff genommen. Bevor das Grünkohlbuffet eröffnet wurde, gab Silvia noch die Gewinner Silvia und Werner Delfs (802) des Kegelwettbewerbs bekannt. Carthago hat dazu ein kleines Präsent gesponsert, dass sich beim Auspacken wie eine „Schachtelpuppe“ Matroschka darstellte bis schließlich eine Carthago –Uhr herauskam.

Der Grünkohl und die Beilagen schmeckten gut. (Der obligate Zucker für den Verfasser dieser Zeilen kam dann auch noch)

Nach dem Essen stand noch die Bekanntgabe des Ausrichters für das 10. Grünkohltreffen an. Uwe und Karin Hemmelskamp (168) hatten ihre Bereitschaft hierzu schon im Vorwege signalisiert. Beide betonten, dass die Interessensbekundungen für die Teilnahme am nächsten Treffen als Warteliste anzusehen sind und man sich nach Bekanntgabe des konkreten Termins für 2019 anmelden müsse.

Anschließend machte ein DJ Musik, damit zumindest ein Teil der Kalorien wieder verbraucht werden konnte.

Der Heimweg wurde dann entweder per Bus oder per Taxi angetreten. Bei den Taxis ging es ein wenig nach Motto: „wer zuerst kommt, fährt zuerst“.

04.03.2018

Um kurz vor 09:00h war ein Spaziergang Richtung „Schaufenster“ bis zum Salondampfer „Hansa“ angesagt, um das Frühstücksbuffet zu genießen.  Nach dem Dank des letztjährigen Kohlkönigspaars an Silvia und Bernd Bösenberg für das wirklich gut gelungene Treffen und der Übergabe eines kleinen „Dankeschöngeschenks“ eröffnete Silvia das Buffet.

Nach dem Frühstück löste sich die Teilnehmerschar langsam auf. Einige wollten noch etwas in Bremerhaven bleiben, einige wollten weiterfahren und einige wollten / mussten nach Hause.

Nochmals ein herzlicher Dank an Silvia und Bernd.

Ingrid und Hans-Jürgen Liedtke (269)