Zwischen Palmen, Eukalypthus- und Pinienbäumen liegt der Campingplatz Villagio dei Fiori in der Nähe von San Remo. Die Lage ist wunderbar oberhalb des azurblauen Mittelmeers.

Ganz besonders sind allerdings die Ausflugmöglichkeiten, die sich von diesem zentralen Platz aus anbieten. In kürzester Zeit entdecken wir von hier aus Ligurien, das Piemont und die französischen Regionen Provence- Alpes-Cotes d´Azur. Bereits zum 2. Mal treffen wir uns hier mit einigen Bekannten zu einem Carthago-Kreis-Treffen, das von Marianne und Ewald Huck in Kooperation mit der sympathischen Sylvia vom Villagio die Fiori organisiert wurde.

Also, nichts wie hin, zur Riviera dei Fiori!

San Remo, mit seinen winterlichen Temperaturen oberhalb von 19 Grad, lädt ganzjährig ein, denn es gibt hier ein gleichmäßiges, mildes Klima.

Direkt vom Campingplatz aus gibt es einen 24 km langen Fahrradweg auf einer alten Bahntrasse entlang des Mittelmeeres, er wird als schönster Radweg Europas bezeichnet. Wunderbar radeln wir von hier aus in die historische bekannte Stadt.

Als erstes durchstreifen wir die „Kashbah“ von San Remo, ein orientalisch anmutendes, sehr verwinkeltes Gewirr von Gassen und Durchgängen, die sogenannte „La Pigna“. Die Altstadt entstand im Mittelalter auf einem Hügel, dessen Häuser zur gemeinsamen Verteidigung gegen muslimische Piraten übereinander gebaut wurden.

Besonders bekannt ist die Spielbank von San Remo. Große Probleme haben inzwischen die zahlreichen Blumenzüchter, deren Gewächshäuser immer mehr verfallen. Die Konkurenz aus Kenia und Equador ist absolut spürbar.  Ein bekannter Bürger der Stadt war Friedrich Nobel, dessen Villa besichtigt werden kann.

Zu Beginn des 20.Jahrhunderts, als San Remo von adeligen und reichen Müßiggängern entdeckt wurde, entstand das moderne Stadtzentrum mit dem bekannten Casino.

Ein Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen ist die große Markthalle. Hier gibt es alle Delikatessen, die aus dem Piemont und Ligurien zu haben sind. Viele Franzosen nutzen den Markttag um hier einzukaufen. San Remo ist das ganze Jahr „lebendig“. Hier kann man schön bummeln, die wunderschöne Einkaufsstraße Via Matteotti ist ein Muß!

Ein erster Ausflugstag startet am nächsten Morgen in Richtung Royatal.  Die Roya ist ein Grenzfluß zwischen Frankreich und Italien. Sie entspringt in den franz. Seealpen und fließt mit erheblichem Gefälle, häufig durch enge Schluchten und unter alten Rundbogenbrücken hindurch ins Mittelmeer. Diese Gegend wurde in letzter Zeit verstärkt von Flüchtlingen genutzt, die durch die Schließung der Balkanroute versuchen nach Frankreich zu kommen.

Eine wunderschöne Eisenbahnstrecke begleitet uns durch das schöne Tal.

Kurz hinter La Brique entdecken wir die Sistin Kapelle der Seealpen, „Notre Dames des Fontaines“ genannt, denn rund um diese kleine Kirche entspringen etliche Quellen, die die Roya speisen.

Ein junger Franzose begrüßt unsere Reisegruppe und führt uns durch die sehenswerte kleine Kirche, die mit bemerkenswerten Wandmalereien ausgestattet ist.  Die Wandmalereien zeigen Szenen aus dem alten und neuen Testament. Viele Menschen konnten im Mittelalter nicht lesen, aus diesem Grund wurden fast alle Kirchen mit Wandmalereien versehen, die zum größten Teil in den frischen Putz gemalt wurden. Viele dieser Fresken wurden in den darauf folgenden Jahrhunderten überputzt und sin für die Nachwelt verschwunden.

Die Wandmalereien in der Wallfahrtskirche Notre Dames des Fontaines sind vollständig erhalten und restauriert. Der italienische Meister Canavesio Baleison hat sie um 1492 geschaffen.  Es lohnt sich, die Szenen länger zu betrachten und die Schrift zu entziffern, etliche Szenen erinnern stark an Bilder von Hieronymus Boch.

Unsere Route sollte heute eigentlich nach Limone Piemonte gehen, dem ältesten Skigebiet Italiens, da es jedoch gestern Nacht geschneit hat und der Bus Sommerreifen hat, änderte Sylvia den Plan und somit fuhren wir entlang der Blumenküste, vorbei an Monacco in das wunderschöne Bergdorf Èze. Es liegt zwischen Monacco und Nizza auf einem steil ins Meer abfallenden Fels. Hoch über der „Blauen Küste“ thront das Dorf. Der Aufstieg ins Dorf und den maritimen Garten ist sehr steil, lohnt aber auf jeden Fall wegen der grandiosen Aussicht.

Èze hat angeblich das schönste Panorama der Côte d`Azur. Im Dorf gibt es viele pittoreske Motive zu entdecken, schönes Kunsthandwerk steht zum Verkauf bereit. Hoch oben auf dem Berg erreichen wir den botanischen Garten mit dem traumhaften Panorama.

 

Längst kein Geheimtipp mehr ist die Parfumerie Fragonard, unterhalb von Èze. In einem kleinen Museum wird die Produktion der Düfte und Kosmetika dargestellt. Eine Mitarbeiterin führt uns durch die Museumsbereiche um natürlich im Verkaufsraum zu enden.

Ein weiteres Tagesausflugsprogramm führt uns nach Bordighera, ins NerviaTal nach Dolceaqua und ins französische Menton

Bordighera, es ist bekannt, dass bereits im 5. Jahrhundert vor Christus ligurische Stämme auf dem heutigen Stadtgebiet siedelten. Durch den romantischen Liebesroman „Il Dottor Antonio“ von Giovanni Ruffini, der in San Remo und Bordighera spielt und 1855 in Edinburgh erschien, wird der Ort in ganz England bekannt. Dies löste eine Reisewell an die italienische Riviera insbesondere von England, aber auch von Frankreich, Russland, Deutschland und Österreich aus. Der Touristenstrom verstärkt sich mit dem Bau der Eisenbahn 1872. Die meisten Touristen kamen im Herbst und blieben bis zum Frühling. Zu manchen Zeiten waren mehr Engländer als Einheimische vertreten.

Dolceaqua, ein pittoreskes Städtchen im Nerviatal ist unser nächstes Ziel. Der kleine Ort liegt ca 8 km nördlich von Ventimiglia an einer Biegung der Nervia. Der Ursprung des Namens lässt sich vermutlich auf die Überreste einer Burg aus römischer Zeit, die einem gewissen Dulcius gehörte, zurückführen. Daher entstand der Name Dulciada- Dulciaqua und später Dolceaqua, was eigentlich „Süßes Wasser“ bedeutet.

Der Name geht auf das 12. Jh. zurück. Im Jahr 1270 kaufte der Genueser Heerführer Oberto Doria die Burg. Er besiegte die Pisaner in der Schlacht von Meloria und baute die Burg auf dem befestigten Felsen aus, um sie vor französischen Überfällen zu schützen. Die Familie d`Oria war eine der bedeutendsten Adelsgeschlechter Italiens. Nach langer Geschichte wurde die Burg im Juli 1746 zerstört, sie wird derzeit restauriert, um sie für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Neben dem Doria-Kastel ist die Nerviabrücke, die Ponte Vecchio di Dolceaqua, die bedeutendste Sehenswürdigkeit des kleinen Ortes. Es ist eine im 13. Jh. gebaute Bogenbrücke, die den Fluß Nervia in einem einzigen Bogen von 32 Metern überspannt.

Der französiche Maler Claude Monet wurde 1884 durch die Brücke zu einem Gemälde inspiriert. Er nannte sie ein „Juwel der Leichtigkeit“. Die Brücke verbindet die beiden Stadtteile Terra und Borgo miteinander.

Diese Brücke und das pittoreske, von der Burgruine überragte Häusermeer des Terra-Viertels machen aus Dolcequa einen der malerischsten und schönsten Orte des ligurischen Hinterlandes.

Der Ortsteil „Terra“ unterhalb der Burg besticht durch den rustikalen Charme seiner Architektur. Enge, für Autos unzugängliche Gassen, die „carruggi“ führen den steilen Berghügel hinauf. Labyrinthartige, malerische Gassen mit Stützbögen, Treppen und kleinen Plätzen werden von bis zu 4 Etagen hohen Steinhäusern flankiert und verbergen kleinen zauberhafte Ecken. Diese Bauweise schützte vor der Sonne, verlieh aber vor allem dem Ort Festungseigenschaften, die es leichter machten, sich gegen Feinde zu verteidigen.

Das letzte Ziel dieses Tages ist das französiche Menton, der wärmste Ort der Côte d`Azur. Das Klima an der Côte wurde im 19. Jh. als heilungsfördernd bei Tuberkulose empfohlen. Aus diesem Grund war auch Menton ein beliebtes Winterziel für Engländer und Russen. Unter anderem hielt sich hier die britische Königin Victoria in ihren Winterurlauben auf. Noch heute kann man die gr0ßen Hotels und Gärten bewundern, die damals für die Engländer errichtet wurden.

Menton ist vom Tourismus und von Dienstleistungsangeboten geprägt. Die klimatisch günstige Lage ließ im 19. Jh. den Zitronenanbau zum wichtigsten Erwerbszweig werden. Seit 1934 feiern die Einwohner die „Fête du Citron“, das Zitronenfest Ende Februar, Anfang März. Allerdings kommen dazu heute die Zitronen für die Umzugswagen größtenteils aus Spanien.

In den schmucken Geschäften der Altstadt findet man allerhand Produkte aus Zitronen. Ein wunderbarer Raumduft belebt seid dem unser Reisemobil- und schützt durch den zitronigen Duft gegen Mücken.

Die barocke Kathedrale Saint Michel wurde 1675 fertiggestellt und lockt uns auf den Hügel.  Hier ist der Erzengel Michael allgegenwärtig, er wird ausgiebig fotografiert, schließlich ist ja unser ältester Sohn Michèl, nach ihm benannt-

Ein weiteres Highlight an dieser vielfältigen Küste ist der Hanbury Garden.

Nicole Kidman, die als Grace Kelly alias Fürstin Gracia Patricia in der Villa Hanbury und in den Gärten gefilmt hat, postete bei Facebook: „ Die Aussicht von der Villa Hanbury ist atemberaubend“

 

Die gleiche Naturbegeisterung war es, die eine englische Familie inspirierte, nahe Ventimiglia einen botanischen Garten zu schaffen. Der Traum: Pflanzen aller Klimazonen der Erde in bevorzugter Lage und dem milden Klima der Blumenriviera zu akklimatisieren. Dem Engagement von Botanikern, Agronomen und Landschaftsgärtnern gelang ein sowohl botanisch als auch landschaftlich überwältigendes Ensemble von 5800 Arten schmückender Blühpflanzen, Heilkräuter und Früchte. Eine europaweit einmalige Harmonie von Architektur, Gartenkonzept und Terrassenanlagen.

Sir Thomas Hanbury, ein erfolgreicher Kaufmann, der auf allen Weltmeeren unterwegs war, nutzte die Gelegenheit und sammelte Samen aus aller Welt. Hanbury, der an der Cote d’Azur lebte, erfüllte sich, fasziniert von der Schönheit malerischer Hanglage und dem augenscheinlich idealen Klima für botanische Experimente, einen Lebenstraum.

1867 kaufte er das Land sowie die Villa Orengo mit weitem Blick über das Mittelmeer und gut geschützt wachsende Olivenhaine, Wein und Macchie. Gemeinsam mit Bruder Daniel und dem Heidelberger Gärtner Ludwig Winter reifte der Plan für einen Botanischen Garten.

Hanbury nahm auch die Renovierung der Villa Orengo in Angriff. Das Herz der Villa ziert ein Turm: Lokale und britische Baumeister verwandelten die Orengo in eine hochelegante Residenz, deren gemischte Architektur als anschauliches Beispiel für den Eklektizismus gehandelt wird, einschliesslich kleiner Ableger im Park als Spiegelbild jenes kulturellen Milieus. Der Besucher tritt durch ein imposantes Tor aus dem 18. Jahrhundert, während der eigentliche Terrassengarten mit seinem Netz aus Pfaden und Wegen von luftigen Zäunen aus Schmiedeeisen umschlossen wird.

Der Garten ist ein wahrhaftes botanisches Paradies… und ein Traum an der Blumenküste.

Und immer noch gibt es Steigerungsmöglichkeiten entlang der italienischen und französischen Riviera, die es zu entdecken gilt:

Monacco, das kleine Fürstentum ist ein weiteres Ziel.

Hier ist alles Superlativ. Die Fahrt entlang der Küste führt uns am teuersten Hochhaus vorbei, dem Tour Odeon.

Dass hier das Geld lockerer sitzt als anderswo in Europa ist nichts Neues. Dieses Hochhaus bricht aber alle Rekorde, das fünfstöckige Penhouse mit 3300 Quadratmetern Wohnfläche und einem Swimmingpool incl. Wasserrutsche setzten dem Wohnprojekt die Krone auf.

Diese PenthouseWohnung kostet 300 Millionen Euro!!!

Verkauft?? An russische Oligarchen oder arabische Ölmagnaten- hier in diesem Haus ist man unter sich!!! Chauffeurservice und Concierge eingeschlossen.

Oh jehh, wie gut geht’s uns in unseren rollenden Häusern, wir haben alles auf 16 Quadratmetern verteilt, übersichtlich geordnet, in 2 Stunden ist alles wieder sauber, wir brauchen keinen Chauffeur, keinen Consierge, wenn wir eine Rutsche in den Pool brauchen, dann fahren wir dorthin, wo es eine gibt und schlafen vor dem Eingang. Wenn wir einen super Panoramablick möchten, dann finden wir den. Und unser Geld??? Na ja das steckt im Reisemobil und wird aktiv verbraucht.

Und wenn wir mal keine Nachbarn sehen möchten- tschüss, dann sind wir weg!

Und wenn wir die Welt entdecken wollen, machen wir!

So wie Prinz Albert von Monaco, der von 1848 bis 1922 gelebt hat und mit seinen Forschungen auf den Weltmeeren den Grundstock zum Ozeanographischen Museum in Monaco gelegt hat.

Das Museum, das am 29. März 1910 eingeweiht wurde, ist der breiten Palette der Meereswissenschaften gewidmet und beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung, die von Fürst Albert I. zusammen getragen wurde. Er hatte von seinen Expeditionen diverse meereskundliche Objekte als Erinnerungs-und Forschungsstücke nach Monaco gebracht und wollte diese in einem eleganten Ambiente präsentieren, was auch sehr gelungen ist.

Man kann riesige Aquarium-Becken mit vielen verschiedenen Tierarten (z.B. Piranhas, Haie, Rochen oder Meeresschildkröten) bestaunen, die aus allen Meeren des Erdballs stammen und auf direktem Wege mit Meerwasser versorgt werden, da das Museum an einem ins Mittelmeer reichenden Felshang in Monaco-Ville errichtet wurde.

Ebenfalls zahlreich vorhanden sind präparierte Meerestiere und Skelette (darunter ein 20 m langer Wal), Modelle verschiedener Schiffe und deren Handwerkszeug. Insgesamt können Sie über 3000 km lebende Korallenriffe der warmen Gewässer bestaunen!

Hier, meine Herren, sehen Sie, wie die monegassische Erde einen stolzen und unverletzlichen Tempel auftauchen ließ, der der neuen Gottheit, die über die Intelligenz herrscht, gewidmet ist.

 

 

Mit diesen Worten eröffnete Prinz Albert I. das wunderschöne Museum.

Ein kleiner Spaziergang durch einen Park und schon stehen wir vor der Kathedrale von Monaco, in der Prinz Albert und Grace Kelly geheiratet haben. Hier sind auch die beiden Gräber der sehr beliebten Fürstenoberhäupter zu sehen.

Die Kathedrale ist wunderschön, um so erschreckender fand ich, dass die Vasen auf den beiden Grabplatten mit Seidenrosen gefüllt waren- da sollten doch wirklich echte Blumen stehen!

Durch die engen kleinen Gasen gelangen wir zum Palast, hier findet gerade eine Wachablösung statt.

Auf den Spuren der Formel 1 fahren wir über die Corniche nach Monte Carlo- ein Abstecher ins Spielcasino. Irrsinnig große Autos parken vor dem imposanten Eingang. Mein Foto dazu zeigt das Leben dort wie in einer Kugel- allerdings möchte ich auch keine Personen und KFZ Kennzeichen veröffentlichen!

Ein weiteres Ziel ist heute das Bergdörfchen Saint Paul du Vence.

Die Stadtmauern, dieses auf dem Felsen klebenden Dorfes sind aus dem Jahr 1543.

Sie wurden auf Befehl Francois I. erbaut, von da an wurde das Dorf zum  „Königlich befestigten Ort“ gegenüber der mächtigen Zitadelle von Nizza.

Weltbekannt wurde dieser sympathische Ort jedoch durch die wichtigsten Künstler der Welt, die hier gelebt und gearbeitet haben. Die Schönheit des Ortes, seine Lebensweise und sein außergewöhnliches Licht haben zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Kunsthandwerker angezogen. Allen voran Marc Chagall, der hier fas 20 Jahre lebte und dessen schlichtes Grab auf dem Friedhof von Saint Paul zur Pilgerstätte geworden ist.

Beim Spaziergang durch die malerischen Gassen von der Porte de Vence bis zur Porte de Nice entdecken wir schöne, alte, mittelalterliche und barocke Fassaden. Wir schlendern über die kleinen Plätze, vorbei an den damals lebenswichtigen Brunnen, genießen bei traumhaftem Blick über die Landschaft einen Pernod bei Madame, bevor wir vorbei am beliebten Treffpunkt vor dem Ortseingang die bekannten Boule-Spieler des Ortes bewundern.

Das Gasthaus La Colombe dÒr war ein beliebter Schlupfwinkel des Malers Chagall. Hier befinden sich Skizzen von Matisse, Calder und Picasso. In den 70 er Jahren war es auch ein beliebter Treffpunkt von Leinwandstars wie Sophia Loren, Lino Ventura, Yves Montand, etc.

Am nächsten Morgen startet der Ausflugsbus Richtung Ligurische Küste. Unser erstes Ziel ist das Dorf Cervo, das oberhalb der Küste auf den Felsen thront. Cervo gehört zur den schönsten Dörfern Italiens. Die Vereinigung dieser Dörfer dient dem Zweck, kleine Ortschaften von touristischem Interesse ( nicht selten mit noch vorhandenen mittelalterlichen Festungen) zu bewahren und neu zu beleben.

Die Altstadt von Cervo liegt auf einem Bergsporn und wird durch eine Burg geschützt. Die Altstadt hat ihren historischen ursprünglichen Charakter bewahrt und ist auf Grund der steilen verwinkelten Gassen fas durchgängig Fussgängerzone.  Die Pfarrkirche San Giovanni Battista wurde um 1720 im barocken Stil erbaut. Sie ist der zentrale Punkt und Blickfang in Cervo. Sie überragt den malerischen kleinen Ort und ist schon von Weitem sichtbar.

Vollkommen anders ist der nächste Ort, an dem wir einen kleinen Stopp machen. Varigotti

Erinnert an maurische Architektur. Der kleine Badeort liegt verträumt in der Herbstsonne, jenseits vom Massentourismus. Ein paar Fischer versuchen ihr Glück am Meer. Jetzt sind schon alle Hotels und Bars geschlossen- also fahren wir weiter nach Finale Ligure.

Hier erwartet man uns im Hotel Lido Resort zu einem Aperitivo.

Finale Ligure ist ein typischer Touristenort ,mit zahlreichen Hotels und Strandbars.

Viel besser hingegen gefällt uns der nächste Ort. Schon aus der Ferne entdeckt man das imposante Kastell Gavone und unterhalb davon das Schloss von Finalborgo

Hier begegnen wir dem Mittelalter wieder.

Finalborgo und sein Schloss kann von einer Vergangenheit erzählen, die von Machtkämpfen, Niederlagen und Wiederaufbau geprägt ist. Hieraus ist ein Ort voller Kultur und Lebensqualität hervor gegangen. Wegen seiner perfekt erhaltenen mittelalterlichen Altstadt gilt er als einer der schönsten Orte Italiens.

Finalborgo wurde immer wieder durch Kriege mit Genua und durch Angriffe der Sarazener erschüttert und ist von imposanten Mauern umgeben. Wenn man an den Lädchen und Loggien vorbei über die Plätze bummelt, die von Bars uns Gasthäusern gesäumt sind, hat man ein Gefühl von Geborgenheit, wie man es wohl schon vor vielen Jahrhunderten hier empfunden hat.

Unsere Gruppe trifft sich fast komplett am Platz vor der Bar Centrale, in der es grandios leckeres Eis gibt. Einige stellen sich schon zum 2. Mal an. 😉

In der Nähe befindet sich die sehenswerte Kirche „ Chiesa die San Biagio“ hinter einer unscheinbaren Fassade. In barockem Stil ausgestattet. Sie wird als Rohdiamant der ligurischen Küste bezeichnet.

Auf dem Weg zurück zum Bus kommen uns etliche Mountainbike Fahrer entgegen. Die Gegend hat sich bei den Freunden von Mountainbike und Freeclimbing internationalen Ruhm erworben.

Die quirlige Sylvia vom Villagio die Fiori hat sich für den nächsten Tag wieder ein volles Programm ausgedacht. Wir starten früh und fahren entlang der Küste,                                              an Monaco und Nizza vorbei nach Antibes. Hier ist das Museum von Picasso angesagt.

Ein erster Blick gilt dem Yachthafen von Antibes-

Wahnsinn, was hier für Boote liegen, aber das ist noch nicht alles, etwas versteckt kommt man zum Hafen der Millionäre! Das ist der Hammer!

Wir besuchen das Picasso Museum, in dem wir leider nicht fotografieren dürfen

Das Picasso-Museum von Antibes-Juan-les-Pins liegt auf der ehemaligen Akropolis der griechischen Stadt Antipolis. Bis Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss von der Familie Grimaldi bewohnt. 1925 wurde es von der Stadt Antibes gekauft, die es in ein Museum für Geschichte und Archäologie umwandelte. 1945 wurde es in das Museum Grimaldi umgestaltet. Hier fand sich auch Picasso ein, der 1946 das Angebot erhielt, einen Teil des Museums als Atelier zu nutzen. Erst 1966 änderte das Museum seinen Namen in Picasso-Museum und wurde damit das erste Museum, das sich einem Künstler noch zu seinen Lebzeiten widmet. Die Sammlung des Picasso-Museums Während er in Antibes verweilte, realisierte Picasso zahlreiche Werke (Malereien, Zeichnungen, Bildteppiche und Keramiken). Als Dank an die Stadt, dessen Ehrenbürger er später wurde, schenkte Picasso ihr 23 Werke, die den Grundstein der heutigen Sammlung legte. 1990 erhielt das Museum weitere Werke, die aus dem Nachlass von Picasso zweiter Ehefrau Jacqueline stammten. Diese wurden später durch zahlreichen Spenden und Erwerbungen vervollständigt. Neben Bildern werden heute Skulpturen und Keramiken Picasso's sowie Werke anderer Künstler aus dem 20. Jahrhundert, wie Arbeiten von Miró und Max Ernst, gezeigt. Picasso und Südfrankreich Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg hat Picasso sich durchgehend in Paris aufgehalten. Die deutschen Besatzer hatten ihm aufgrund seiner Gegnerschaft zum spanischen Diktator Franco Ausstellungsverbot erteilt, auch sein Antrag auf die französische Staatsbürgerschaft wurde durch die Besatzer abgelehnt. Diese Jahre der Isolation und inneren Emmigration wurden ab 1945 von immer häufiger werdenden Besuchen an der französischen Mittelmeerküste abgelöst. Der mediterrane Raum bedeutete neue Inspiration für den Künstler und führte zu Begegnungen mit Künstler-Kollegen wie Matisse, dessen Malweise deutliche Spuren in Picassos Spätwerk hinterließ. Während seiner Zeit in Südfrankreich experimentierte Picasso, inspiriert durch die traditionelle regionale Töpferei, insbesondere mit Keramiken.
Anschließend besuchen wir noch den Provencalischen Markt von Antibes, bevor uns der Bus Richtung Cannes fährt.

In Cannes steigen wir im Hafen aus dem Bus und direkt aufs Schiff, das uns auf die  Insel Îles des Lerins bringen soll. Es ist eine kleine Inselgruppe, etwa 5 km vor der französischen Küste. Wir besuchen die Île Saint Honorat, auf der sich noch ein bewohntes Kloster, die Abtei Lèrins befindet. Das Kloster wurde um 400 vom Heiligen Honoratus von Arles gegründet. Hier wurden im 5. und 6. JH. eine große Zahl von Bischöfen ausgebildet, darunter soll auch Patrick von Irland gewesen sein.

Auf der Insel gibt es einen großen Olivenhain und hier wachsen sehr viele Kräuter und Gewürzpflanzen, denn die Mönche sind spezialisiert auf die Herstellung von Kräuterlikören.

Mit einem Blick auf das Massiv des Esterelle-Gebirges verlassen wir die kleine Insel und fahren zurück zu unserem Campingplatz nach San Remo.

Hiermit endet auch unser Aufenthalt im Villagio die Fiori und eine Menge an Eindrücken der wunderschönen Landschaft bleibt zurück.

 

Marianne Pastwa-Hondong