Grünkohltour 2017 im hohen Norden

In diesem Jahr fand die Grünkohl-Tour im hohen Norden im Bundesland Schleswig-Holstein statt.
Auf Einladung des Grünkohl-Königspaares 2016, Ingrid und Hans-Jürgen Liedtke, trafen wir uns mit
26 Wohnmobilen in Rendsburg am Nord-Ostsee Kanal und der Eider.
Rendsburg verbindet die beiden Landesteile Schleswig und Holstein. Der Stellplatz „Wohnmobilhafen Untereider“
war für uns reserviert und lag zentral in Stadtnähe. Der Platz ist offiziell erst ab dem 1. März geöffnet,
so konnten wir leider die auf dem Platz befindlichen Räume für unser gemeinsames Treffen am Donnerstagabend nicht
nutzen. Ingrid und Hans-Jürgen haben kurzerhand ein Zelt aufstellen lassen. Wie immer waren die ersten Teilnehmer
schon einige Tage vor dem offiziellen Beginn angereist.
Am Donnerstag, 16.02.17, um 18.00 Uhr begrüßte Jürgen dann alle Teilnehmer. Im Zelt wurde eine Gyrossuppe mit Brötchen gereicht.
Zum Aufwärmen gab es Glühwein mit und ohne Geschmack. Zur Auswahl standen Rum und Amaretto. Es war ein schöner
Abend bei lang andauernden Gesprächen und Wiedersehensfreude.
Am Freitag ab es wie immer pro Person zum Frühstück zwei Brötchen und um 09.30 h trafen wir uns zum geführten Stadtrundgang.
Zwei Stadtführer standen zur Verfügung, die je eine Gruppe übernahmen, um uns die Stadt Rendsburg und ihre
Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Wie ich erfahren habe, waren beide Führer sehr gut und haben detailliert über die
Vereinigung der beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein zu einem Land berichtet. Dabei haben wir erfahren, dass
beide während ihrer Geschichte mehrmals von Dänen und Schweden besetzt wurden. In diesem Zusammenhang wurde der aus
einer Sylter Familie stammende Uwe-Jens Lornsen erwähnt, der als Vorkämpfer der Einheit Schleswig-Holsteins gilt.
Ihm zu Ehren hat man in Rendsburg, im Stadtpark, einen hohen Sockel mit seiner Büste errichtet.
Neben seiner Büste zeigt das Denkmal auch zwei junge Frauen, die die Schwestern Schleswig und Holstein darstellen
sollen. Sie umarmen und reichen sich die Hand, was symbolhaft die Vereinigung beider Länder darstellen soll.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Am Nachmittag fuhren wir dann mit einem Bus durch die Umgebung von Rendsburg. Es ging entlang des Nord-Ostsee-Kanals
(früher Kaiser Wilhelm Kanal). Diese Wasserstraße führt von Kiel nach Brunsbüttel, also von der Ostsee in die Elbe und
ist weltweit die meistbefahrene künstliche Wasserstraße. Diese Verbindung ist 460 km kürzer als durch die Nordsee,
Skagerrak und Kattegat. Ein Höhepunkt war die Eisenbahn-Hochbrücke über den NOK. Damit Schiffe mit hohen Aufbauten die Brücke unterfahren
können, hat sie eine Durchfahrtshöhe von 42 m und eine Gesamtlänge von 2486 m. Diese Länge ist erforderlich, um sich
durch mehrere Windungen auf die entsprechende Höhe zu bringen. Dabei darf die Steigung für die Züge nicht zu steil sein.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      An dieser Brücke hängt auch eine Schwebefähre, auch eine Schwebefähre, die wir leider
nicht sehen konnten, da sie z.Zt. nach einem Unfall in 2016 erneuet wird. Auf dem Bild kann man sie am linken Ufer erkennen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Oben an der Brücke hängt die Laufkatze. Auf unserer Rundfahrt haben
wir den NOK in Breiholz überquert. Hier ist der Start des jährlich stattfindenden längsten Ruder-Achterrennens (13 km)
der Welt. Danach sind wir auf dem Flugplatz Rendsburg-Schachtholm zu Kaffee und Blechkuchen eingekehrt.
Weiter ging es an der Südseite des Kanals, wo wir neben Informationen zu offiziellen und inoffiziellen Stellplätzen
am Kanal viel über die Windmühlen gehört haben.
In Sehestedt ging es wieder mit der Fähre über den Kanal und zurück zum Stellplatz.
Gegen 18.00 h gingen wir dann vom Platz aus zum Obereiderhafen. Es war ein längerer Fußmarsch, aber die Bewegung tat gut.
Im Restaurant „Riverside“ gab es je nach Wunsch „Medaillons vom Schweinefilet“ oder „Pannfisch“, was uns allen gut mundete.
Es war ein gelungener Abend und die Unterhaltung kam auch nicht zu kurz.
Am Samstagvormittag, nach dem Frühstück, mussten wir uns die Falten aus dem Gesicht wischen, denn ein Vertreter der Presse war gekommen,
um von uns Informationen für seinen Zeitungsbericht zu bekommen und das obligatorische Gruppenfoto aufzunehmen.
Für das Foto wurden wir vom Fotografen in Reih und Glied aufgestellt, damit alle auf dem Foto gut zu sehen sind.
Nach dem Motto, „Große vorne, Kleine hinten“ nahmen wir Aufstellung.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Um 15.00 h bestiegen wir den Bus, bestückt mit 2 Bollerwagen, und fuhren nach Elsdorf-Westermühlen, der Wahlheimat
von Ingrid und Hans-Jürgen. Ein ausführlicher Spaziergang führte uns durch die Natur, vorbei an vielen Koppeln und
Gehöften. Unterwegs gab es Unterhaltung z.B. mit einem „modernen Märchenraten“. Dabei gab Ingrid, wenn Hans-Jürgen
mal nichts zu sagen hatte, Hinweise zur Landschaft und ehemaligen Bewohnern, wie z. B. Theodor Storm, der sogar in
seiner frühen Schaffensphase ein Gedicht über Westermühlen geschrieben hat.
Bei einigen Pausen konnten wir uns an den Köstlichkeiten aus den Bollerwagen laben. Der heiße Glühwein tat uns gut,
denn es war etwas kalt am „Nordpol“ (Wintersportgebiet in Elsdorf-Westermühlen. mit Rodelberg und Schlittschuhteich):

Eine längere Rast haben wir dann an Ingrids und Hans- Jürgens Haus eingelegt.
Das war auch notwendig, denn die Toilette wurde ausgiebig besucht. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, wurden
einige Geschicklichkeitsspiele durchgeführt. Nach einiger Zeit haben wir dann unseren Spaziergang in Richtung „Peper‘s Landgasthof“ fortgesetzt.
Durch die lange Wanderung, ich glaube einige hatten runde Füße, hatten wir natürlich Hunger und waren froh, als wir
unser Ziel erreichten. Im Restaurant war alles vorbereitet, die Tische waren schön gedeckt und alle warteten auf den Grünkohl.
Dies ist ja nun unsere 8. Grünkohl-Tour und alle waren gespannt, wie denn hier der Grünkohl ist und schmeckt.
Bislang waren wir ja immer in Niedersachsen und haben da gesehen, dass die Grünkohlkultur dort recht unterschiedlich
ist. Im Süden heißt er zum Teil Braunkohl, wird blättrig gekocht und mit einer sogenannten Bregenwurst serviert.
Im Bremer-, Oldenburger- und Ostfriesischen Raum wird der Kohl fein bis grob gehackt und mit Hafergrütze gekocht.
Dazu gibt es die sogenannte Pinkel, eine geräucherte, grobkörnige Wurst aus Fleisch und Grütze. Ferner, wie im Süden
auch, Kassler und Bauchfleisch.
Und nun gab es typisch schleswig-holsteinischen Grünkohl. So wie ich gehört habe, hat es hier allen geschmeckt.
Der Kohl war blättrig und dazu gab es geräucherte Kochwurst, Kassler und Schweinebacke – und für viele ungewohnt-
auch karamellisierte Röstkartoffeln. Nach dieser ausgiebigen Wanderung kam es gut an. Nachdem nun der Magen gefüllt war,
kam die große Überraschung. Es gab Eis bis zum Abwinken. Ich habe noch nie erlebt, dass so viel Eis serviert wurde.
Und es wurde alles aufgegessen!

Nun wurde es spannend, denn wer wird das neue Grünkohl-Königspaar? Wird es, wie manchmal in den Vorjahren, ausgelost
oder meldet sich jemand freiwillig? Hans-Jürgen hatte ja im Vorfeld darum gebeten, falls jemand Lust hat, im nächsten
Jahr die Grünkohltour auszurichten, sich zu melden.
Die Überraschung war groß. Es hat sich tatsächlich jemand gemeldet. Und auch für die nächsten zwei Jahre gibt es Absichtserklärungen.

Das Königspaar 2017 ist Silvia und Bernd Bösenberg

Später brachte uns der Bus wieder zum Stellplatz.
Am Sonntagmorgen ging es wieder zum Riverside zu einem gemeinsamen ausgiebigen Frühstück.
Nach dem Frühstück ergriff der Kohlkönig aus dem Vorjahr, Walter, das Wort. Er bedankte sich im Namen aller für dieses
gelungene Treffen bei Ingrid und Hans-Jürgen. Er sagte, dass es nicht immer so einfach ist, solch ein Treffen in dieser
Größenordnung zu organisieren und durchzuführen. Umso größer gilt der Dank und als äußeres Zeichen wurde beiden ein
Geschenk überreicht. Hans-Jürgen ergriff das Wort und bedankte sich, auch im Namen von Ingrid, für das schöne Geschenk.

Rita und Detlef Dreyer (34)