Bericht zur 7. Carthago–Kreis „Grünkohl-Tour" 2016

Unter dem Motto „Have a nice day“ wurden wir vom Königspaar Uta und Walter vom 11.02. bis zum 14.02.16 nach Bad Zwischenahn im Ammerland zur diesjährigen Carthago-Kreis Kohltour eingeladen. Uta und Walter wohnen zwar in Oldenburg, mussten aber leider nach Bad Zwischenahn ausweichen, da es in Oldenburg keinen geeigneten Wohnmobilstellplatz gibt. Walter hatte einige Teilnehmer aus der näheren Umgebung gebeten, bereits am Mittwoch anzureisen, um bei einigen Vorbereitungen behilflich zu sein. So musste das Zelt aufgebaut werden, da für Mittwoch noch schönes Wetter angesagt war. Es sollte in den nächsten Tagen schlechter werden. So trafen die Helfer am Mittwoch Nachmittag ein und wie im Carthago- Kreis üblich, waren auch schon andere da. So wurde flugs mit vereinten Kräften das Zelt aufgebaut. Zwei Spannbänder sicherten das Zelt gegen Sturm ab.

Nach getaner Arbeit gingen einige dann in den Ort, um etwas zu essen und gemütlich beieinander zu sitzen. Auf dem Weg zum nächsten Restaurant, es war nicht weit, ging uns das Königspaar mit einem weiteren Mitglied verloren. Wie, weiß keiner genau? Plötzlich waren sie weg!! So haben wir dann getrennt gegessen, später haben sie aber doch noch zu uns gefunden. Am Donnerstag wurden noch weitere Vorbereitungen getroffen und im Laufe des Tages trudelten alle Teilnehmer ein. Als Begrüßungsgeschenk erhielt jeder Teilnehmer eine Tüte mit Inhalt, die Info-Material, eine Flasche Ammerländer Löffel-Trunk und zwei Zinnlöffel mit dem Aufdruck „ Carthago- Kreis 2016“ enthielt. Diese Zinnlöffel wurden von dem Carthagohändler v. d. Kammer in Sande, während die dazugehörende Flasche vom Königspaar gesponsert wurde. Auf den Sinn und Zweck des Löffels, kommen wir später zurück. Um 18.00 h trafen wir uns im Zelt und nach der Begrüßung durch das Königspaar gab es Glühwein und als kleinen Imbiss eine schmackhafte Gulaschsuppe. Das Carthgo Treffen hatte offiziel begonnen. Lange haben wir zusammen gesessen und uns unterhalten, denn man hatte sich ja viel zu erzählen. Und da und dort sah man auch eine Flasche Obstler o.ä. auf den Tischen stehen.

Der Freitag Morgen begann mit der Brötchenausgabe. Frische Brötchen von einem in der Nähe befindlichen Bäcker, die sehr gut schmeckten. Gegen 10.00 h trafen wir uns vor dem Zelt und lauschten gespannt den Worten des Bad Zwischenahner Kurdirektor Dr. Norbert Hemken, der uns viel über seinen Kurort und das Ammerland berichtete. Danach hatten wir bis 14.00 h Zeit, einige nutzten die Gelegenheit und sahen sich den Ort mit den vielen Sehenswürdigkeiten an, denn man war ja vorher vom Kurdirektor inspiriert worden.

Am Nachmittag ging es zu Fuss zum Bad Zwischenahner Meer. Dort wartete ein Schiff der „weißen Flotte“ auf uns. Um 15.00 h legten wir ab und führen einmal rund um das Bad Zwischenahner Meer. Der Wettergott war uns hold und schickte ab und zu ein paar Sonnenstrahlen. So konnte man die herrliche Natur genießen und manch ein schönes Haus oder Villa am Ufer im Sonnenschein betrachten. Es war ein gelungener Nachmittag, der durch Kaffee und Kuchen abgerundet wurde.

Um 19.00 h trafen wir uns schon wieder, um gemeinsam zum Restaurant zu gehen, denn dort war Essen für uns bestellt. Jeder hatte mit der Anmeldung das Essen seiner Wahl gemeldet. Man konnte unterscheiden zwischen Seehecht, Schweinefiletmedallions und einem vegetarischen Gericht, was keiner ausgesucht hatte. Im Dunkeln folgte eine große Menschenschaar dem König. Gleich hinter dem Stellplatz sind wir rechts in eine Straße eingebogen und gingen an einem 5-Sterne Hotel vorbei. Die Straße führte weiter, bis wir plötzlich vor einem Zaun standen. Es ging nicht weiter!! Wo aber war das Restaurant?? Nichts zu sehen!!! Hatte der König sich verlaufen??? Also alles wieder zurück. Wir kamen an dem Hotel wieder vorbei und siehe da, der König betrat das Hotel. Wir alle hinterher. War das hier richtig? Tatsächlich, für uns war reserviert.

Seine Hoheit hatte uns an der Nase herum- und am Hotel vorbei- geführt. Im Restaurant war für uns alles herrlich eingedeckt. Es wurde auf großen Tellern serviert und vom Geschmack her sehr gut, allerdings- so der allgemeine - die Portionen waren sehr übersichtlich angeordnet. Zum Abschluß gab es dann eine Überraschung, wir wurden in das Geheimniss der Ammerländer Trinkkultur eingewiesen. Ein Ammerländer Löffel-Trunk wird auf einem Zinnlöffel serviert, dabei findet ein Trinkspruch zwischen Bedienung und Gast statt, der wie folgt lautet: Gast sagt „Ick seh di“ Bedienung sagt: „Dat freit mi“ (G)“ Ick sup di to“ (B) „Dat do“ (BG) „Prost” (G)”Ick heb di tosapen” (B) „hest´n Rechten drapen“ Wehe es wird mehr davon getrunken, dann hat die arme Bedienung viel zu tun!

Der Samstag Vormittag stand wieder zur freien Verfügung. Einige gingen in den Ort, um Einkäufe zu tätigen, der Rest blieb auf dem Platz, um sich zu unterhalten oder anderen Tätigkeiten nachzugehen. Da für Sonntag Regen angesagt war, haben wir mit vereinten Kräften das Zelt abgebaut. Es war von außen zwar einigermaßen trocken, doch von innen waren die Wände alle naß, es hatte sich Kondenswasser gebildet. Mit Fenstersaugern und anderen Hilfsmitteln wurde versucht, die Feuchtigkeit aufzunehmen. Der Rest wurde dann mit Tüchern, so gut es ging, abgewischt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei den Frauen, die Rita unterstützt habe, nämlich noch Königin Uta und Gudrun Deters, recht herzlich bedanken. Um 14.00 h stand der Bus bereit, um uns zur Boßelstrecke zu bringen. Denn vor dem eigentlichen Grünkohlessen sollte der sportliche Wettkampf stehen. Was ist nun Boßeln?

Es ist ein friesischer Wurf-Wettkampf, der mit einer Kugel, entweder aus Holz oder Gummi mit einem inliegenden Eisenkern, ausgetragen wird. Um es kurz und einfach zu erklären, die Manschaft, die eine gewisse Strecke mit den wenigsten Würfen zurückgelegt hat, ist der Sieger. Die Schwierigkeit dabei ist, die Kugel auf den schmalen Straßen und in den Kurven möglichst weit auf Kurs zu halten, damit sie nicht in die Gräben rollt. Walter hatte extra Bekannte eines Boßelvereins angeheuert, um unser Boßelverhalten zu begutachten und wenn erforderlich, die Kugel mittels eines Keschers aus den Gräben zu fischen. Wir machten zwei Durchgänge, die etwa drei Stunden dauerten. Begleitet wurden wir von zwei Bollerwagen, die etwas für unser leibliches Wohl mitführten. Die Tour war ja sehr anstrengend, so mussten wir ab und zu eine Pause einlegen, um uns für die nächsten Würfe zu stärken. Aber das Wetter hat gut mitgespielt!

Nach getaner Arbeit warteten wir alle sehnsüchtig auf das Grünkohlessen, der eigentliche Grund unseres Treffens. Bei einigen knurrte der Mägen und konnten die Zeit kaum abwarten. Endlich war es soweit. Der Ammerländer Grünkohl mit Pinkel,Wurst und Speck wurde serviert. Am Rande sei erwähnt, dass es in dieser Gegend drei verschiedene Arten von Pinkel gibt: Ammerländer, Oldenburger und Bremer. Es ist nun eine Geschmacksache, wer welchen Pinkel vorzieht. Den Laien sei gesagt, Pinkel hat nichts mit pink…… zu tun, wobei es über die Namensgebung verschiedene Versionen gibt. Von den Südniedersachsen weiß ich, dass sie die Bregenwurst lieber essen. Lange wartet man auf solch ein Essen und ruck zuck ist es vorbei. Alle waren satt.

Nun kam die Frage hoch, wer wird das neue Königspaar 2016. Der noch amtierende König, mit einer neuen Kette, stellte die Frage, ob sich wohl jemand freiwillig melden würde. Das große Schweigen im Wald. Jeder sah seinen Nachbarn an. Das wurde wohl nichts! Also wurde erstmal ein sehr „gehaltvolles“ Dessert serviert. Und dann war es passiert!! Waren doch tatsächlich in dem Dessert zwei kleine Plastikschweine versteckt. Und wen hat es erwischt:

 

Am nächsten Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen.

Nach einem Spaziergang zur Wandelhalle, konnten wir dort unser Frühstück einnehmen. Dieses war ein erneuter Höhepunkt unseres Treffens.

Das Frühstück war reichhaltig, schmackhaft und vielseitig. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das oblgatorische Dankeschön-Geschenk an Uta und Walter überreicht.

Wir alle bedanken uns recht herzlich bei Uta und Walter für dieses gelungene Treffen.

(Die Bilder wurden freundlicherweise von Uwe Hemmelskamp zur Verfügung gestellt).

Rita und Detlef Dreyer